Werbeagentur vs. Freelancer vs. selbst machen

ca. 4 Min. Lesezeit

Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Fragestellung: Beauftrage ich als KMU’ler eine Werbeagentur (oder Designagentur), einen Freelancer oder mache ich die Marketingarbeit selbst bzw. stelle ich eine Fachkraft für Marketing und Design ein?

Schauen wir uns die Begrifflichkeiten an und erkennen wir, was dahinter steckt.

Artikel zu lang? > Hier geht’s zum Fazit

Zuerst: was bietet eine Werbeagentur?

Das Modell der klassischen Werbeagentur ist heutzutage nicht mehr tragbar. Denn dieses besteht daraus, den Kunden den größtmöglichen Werbe-Output auf so vielen Kanälen wie möglich zu verkaufen. Das ist in der heutigen Zeit dank genau messbarer Online Marketing Maßnahmen nicht mehr zielführend. Doch der Begriff steht weiterhin für eine gewisse Art von Dienstleistungen. Dazu gehört zum Beispiel die Entwicklung einer Vermarktungsstrategie. 
 
Zusätzlich wird die Umsetzung durch die Agentur betreut. Das geläufige Modell ist die Marketing-Betreuung durch eine sogenannte Lead Agentur, die Strategien und Kampagnen entwickelt und umsetzt sowie andere Spezialagenturen und Dienstleister steuert. So kenne ich es noch aus meiner Zeit, als ich in Hamburg in verschiedenen Werbeagenturen gearbeitet habe. Zuletzt als Art Director bei Scholz & Friends bis zu meiner Selbstständigkeit 2008. Stück für Stück wird dieses Modell abgebaut oder modifiziert. Das hängt mit dem digitalen Wandel zusammen. 
 
Die Digitalisierung und die damit verbundene Weiterentwicklung der Unterhaltungstechnik führen zu neuen Wegen, die Kunden zu erreichen. So werden neue Marketingmaßnahmen entweder durch Online-Agenturen oder auch durch interne Abteilungen umgesetzt. Meines Erachtens nach steht der Begriff Werbeagentur heutzutage als Synonym für Marketing-Agentur, die sowohl kanalübergreifend plant als auf die Umsetzung betreut. Und dies auf Augenhöhe mit dem Kunden. Weniger Dienstleister, mehr Partner. 
 
Hierbei sollte die Agentur von heute daran denken, die Kontaktpunkte offline und online zusammenzuführen. Somit sollte ein Dienstleister mit der Begrifflichkeit Fullservice Agentur auch einen ganzheitlichen Ansatz anbieten können. Das ist zum Beispiel unsere Spielwiese. freischuetz ist nicht einfach Dienstleister und Gestalter für Websites und Flyer, sondern wir tauchen in den Vertrieb der Unternehmen ein und bieten hierfür die optimale Unterstützung. Dabei ist es egal, welche Spielwiese wir betreten. Es geht allein darum, dass unser Kunde sein Ziel erreicht.
 

Kommen wir zum Freelancer:

Wenn du als Unternehmer einen Freelancer mit einer grafischen Arbeiten beauftragst, dann kannst du nicht erwarten, dass er sich Gedanken macht, ob sein Ergebnis wirklich für den Absatz deiner Produkte optimiert ist. Ein Freelancer ist oft ein Spezialist in einem Gebiet. Wir setzen Freelancer ein, um beispielsweise Arbeitsspitzen abzudecken oder zusätzliches Know-how in einem gewissen Fachgebiet einzukaufen, welches von unseren Kunden gefordert. Was für Vorteile bringt ein Freelancer für dein Marketing? Wenn du deine Strategie selbst entwickelt hast und dich mit dem Handwerk der Umsetzung auskennst, dann hast du eine Idee, welche Aufgaben sich daraus ableiten. Und, welche Inhalte du kommunizieren möchtest. Um diese Inhalte ansprechend gestalten zu lassen, ist das Buchen eines Freelancers eine gute Möglichkeit schnell solide (Web-) Design-Arbeit einzukaufen. Doch umfassende Erfahrung oder tieferes Wissen zu Marketing-Themen findest du bei den wenigsten Design-Freelancern. Um einen Freelancer erfolgreichErgebnisse produzieren zu lassen, musst du die Mechaniken des (digitalen) Marketings sehr gut kennen. Dann kannst du den Freelancer ganz genau auf seine Aufgaben briefen, damit er sie effizient erledigen kann. 
Ein Vorteil: Je länger du mit ein und demselben Freelancer zusammenarbeitest, desto besser kennt der Freelancer dein Business. Und desto schneller kann er für dich arbeiten. Du kannst vielleicht aus einen vergünstigten Stundensatz bei regelmäßigen Aufgaben verhandeln.
Dieser Vorteil kann aber auch ein Nachteil werden. Stell dir vor, der Freelancer geht irgendwann doch in eine Festanstellung. Oder er stellt sein Geschäft aus anderen Gründen ein. Dann entsteht ein großes Loch und die komplette Einarbeitung eines neuen Freelancers ist immer eine zeitliche und somit auch finanzielle Herausforderung.
 

Machst du dein Marketing selbst? Komplett? Und messbar erfolgreich? 

Respekt! Dann hast du Mitarbeiter im Team, die entweder die Geschäftsleitung exzellent erledigen oder du hast gute Marketer und Designer eingestellt. Denn um eine professionelle Vermarktung abzuliefern, musst du auch ein Profi sein. Andernfalls schadest du deiner Marke durch unprofessionelle Umsetzung von Flyern, Broschüren, Websites, Shops, Schildern und so weiter … 
 Der Vorteil sind die kurzen Wege und die damit verbundene Schnelligkeit bei Aktionen und Kampagnen. Auf der anderen Seite hast du bei Angestellten Personen für dein Marketing immer eine feste interne Kostenstelle. Gerde der Bereich Design wird intern meistens eher bei großen Unternehmen und Konzernen besetzt. Denn ein Designer ist nicht fortwährend ausgelastet. Vielleicht hast du aber auch eine Person, die in Teilzeit für dich etwas gestaltet. Einige unserer Kunden haben eine Teilzeitkraft für Designaufgaben eingestellt. Wir unterstützen sie punktuell bei Mehrauslastung oder bei speziellen Fachthemen, die die Teilzeitkraft nicht bedienen kann.
Ein Nachteil ist, dass das interne Marketing oder die interne Designkraft nur einen begrenzten Wissens- und Erfahrungsschatz hat. Gerade im Vergleich zu einer Agentur, die viele verschiedene Kunden bedient, kann eine interne Marketingkraft nie mithalten. 
 
 

Fazit

Je nach interner Strukturierung empfiehlt sich das Eine oder das Andere. In jedem Fall bietet sich das Beauftragen einer Agentur nicht nur für große Unternehmen an. Denn eine Werbeagentur hat bestenfalls einen großen Erfahrungsschatz, vielleicht auch bereits in deine Branche und bietet eine langfristige Partnerschaft an. Langfristige Zusammenarbeit ist gerade für ein erfolgreiches Marketing sehr wichtig.

Ein Design Freelancer eignet sich besonders gut, wenn man eine Person für das Marketing eingestellt hat – oder wenn du als Chef dich selbst im Marketing gut auskennst.

Nach meiner Erfahrung ein ein KMU mit einem angestellten Designer als ausschließlichen Umsetzer nicht gut beraten. Entweder sind die Personalkosten zu hoch oder der Designer ist im Marketing nicht fit. Schlimmstenfalls beides. Eine Teilzeitkraft für Design ist aber für langfristige Grafikarbeiten sinnvoll, wenn dein Unternehmen einen entsprechend hohen Bedarf an wiederkehrenden Gestaltungsaufgaben hat. 
 

Hier die Gegenüberstellung der drei Optionen in einer Tabelle: 
Werbeagentur Freelance Designer Marketing intern
Marketing Know-how ***** ** *****
Design-Qualität ***** ***** **
Verfügbarkeit & Output-Menge *****
***
*****
Verhältnis zu dir partnerschaftlich Erfüllungsgehilfe, evtl. partnerschaftlich als Angestellter nicht immer neutral
Arbeitsergebnis erfolgsorientiert **** *** *****
Autor:
Germar Claus

Germar Claus

Ursprünglich Graffiti Artist, Designer und seit 1999 in der Werbe- und Designbranche tätig. Nach acht Jahren Tätigkeit in renommierten Hamburger Agenturen hat es ihn 2008 zurück in seine Heimat nach Ostfriesland verschlagen. Seitdem ist er mit seinem Team von freischuetz für kleine, mittelständische und große Unternehmen als Konzeptioner, Designer und Illustrator aktiv. Mehr zu Germar > hier

Fehlt dir eine Info?

Wurde deine Fragestellung nicht beantwortet? Hast du ein Thema, zu dem du mehr erfahren möchtest? Oder hast du vielleicht einen Fehler gefunden? Dann schreibe uns an!

Wir beantworten dir deine Frage umgehend. Und vielleicht inspirierst du uns mit deiner Mail zu einem neuen Eintrag in unserer Know-how Database!

Scroll to Top